Wie man selber Saatgut aus Tomaten herstellt.

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Wie man selber Saatgut aus Tomaten herstellt!

Heute möchten wir euch erklären, wie man selber Saatgut aus Tomaten herstellt.

Wir bevorzugen es, der Natur die meiste Arbeit zu überlassen.

Tomatensamen benötigen, damit sie im Folge Jahr gute Keim Ergebnisse erzielen, die Fermentierung. Die glibberige Schicht um jeden Samen herum, enthält keimhemmende Hormone, welche das zu frühe keimen verhindern soll. Erst durch die Fermentierung der auf den Boden gefallenen Tomate oder das passieren eines Darmes entfernt die glibberige Schicht und das Korn kann keinem. Mit der angewandten Methode wird dieser Prozess nachgeahmt.
Heute gewinnen wir Saatgut aus unserer alten Tomatensorte „Deutscher Fleiß“, welche wir dieses Jahr das erste mal vermehren.

Bereits bei der Auswahl des zu pflanzenden Saatgutes ist es wichtig einige Dinge zu beachten.
Welche Sorte möchte ich anbauen? Wichtig hierbei ist zu beachten, dass es sich um sortenreines Saatgut handelt. Bei einem F1 Hybriden oder Hybrid Kreuzungen würde unerwünschtes oder kein unfähiges Saatgut entstehen. Da diese Sorten durchschnittlich etwas robuster sind, bevorzugen wir alte Tomatensorten wie die Rheinlands Ruhm oder Bonner Beste. Man sollte nur die gesündesten und kräftigsten Jungpflanzen zur Auspflanzung aussuchen. Um eine Verkreuzung zu minimieren, sollte man mindestens ein Abstand von 5 Metern zwischen verschiedenen Sorten einhalten. Tomaten haben allgemein eine relativ geringe Verkreuzung rate.
Sobald die ersten Blütenansätze zu sehen sind, knipst man diese ab. Das fördert das Wachstum der weiteren Blütentriebe und oft sind die ersten Triebe nicht die kräftigsten. Sobald die folgenden Triebe gut sichtbar sind und die ersten geschlossenen Blüten zu sehen sind, empfiehlt es sich eine Verhütungs Hilfe einzusetzen. Wir stülpen dazu Seiden Säckchen über die Triebe und ziehen diese gut zu, sodass kein Bestäuber an die Blüten kommt.
Die Seiden Säckchen sind normalerweise zu Dekorationszwecken gedacht. Es gibt aber auch Säckchen zur Verhütung von Pflanzen, diese bestehen aus demselben Material.
Man sollte einmal täglich an den Pflanzen rütteln, Tomaten sind sogenannte Vibrationsbestäubung. Sind alle Blüten sicher bestäubt, kann das Seiden Säckchen abgenommen werden. Wird die Rispe zu groß, kann das Säckchen über den noch nicht befruchteten Teil gestülpt werden und den Rest der Rispe auslassen. Am besten markiert man die verhüteten Rispen, um diese nicht zu verwechseln.
Sind die Früchte schön ausgereift, sucht man sich die schönsten, makellosen und kräftigsten Tomaten mit den ausgeprägtesten Merkmalen der Sorte zu Vermehrung aus. Auch wenn man diese am liebsten selber essen würde, diese vererben die besten Merkmale auch weiter. Falls es möglich ist, wartet man bis die Früchte von alleine von der Rispe fallen, dann sind sie sicher vollreif und trägt auch sicher voll ausgereiftes Saatgut in sich.
Zudem benötigt man ein Brettchen, ein scharfes Messer und einen kleinen Löffel außerdem benötigt man noch ein Einmachglas.

Saatgut aus Tomaten selber Herstellen_2

1. Man sucht sich nun also als erstes die besten Früchte heraus.


2. In das Einmachglas füllt man gut zur Hälfte lauwarmes Wasser und gibt einen Esslöffel Zucker hinzu, dieser fördert das fermentieren.


3. Nun werden die Tomaten in der Hälfte durchgeschnitten, so dass man an alle Samen dran kommt.


Bei manchen Früchten muss man vierteln um an alle Samen dran zu kommen.

4. Jetzt kratzt man mit dem Löffel die Samen in das Einmachglas


5. Deckt es sehr gut ab und stellt es an einem Zimmer warmen Ort.


6. Man sollte das Gemisch täglich umrühren.



7. Nach wenigen Tagen ist das Gemisch merklich fermentiert und es bildet sich eine weiße Schicht auf der Oberfläche.


Zusätzlich sieht man wie sich Saatgut und Reste voneinander trennen.

8. Sobald sich das Saatgut sauber abgesetzt hat kann es ausgewaschen werden.


Dazu gießt man den Dreck vorsichtig ab, schlechte Saatgut schwimmt oben und wird mit abgegossen. Jetzt füllt man frisches Wasser auf und gießt es erneut ab. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis das Saatgut schön sauber ist.

9. Ist alles sauber, gießt man das Saatgut durch ein Sieb und lässt es gut abtropfen.


10. Zuletzt gibt man die Samen auf eine saugfähige Unterlage.


Wir bevorzugen die Deckel von Eierkartons. Das Saatgut trocknet schnell ab und klebt nicht so stark, wie z.b. an Küchenpapier. Kaffeefilter sollen sich auch eignen, haben wir selber aber noch nicht getestet. Wenn das Saatgut getrocknet ist, kann es trocken und lichtgeschützt verpackt werden.

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euer Sascha aus Köln

4 Comments

  1. Nemo sagt:

    Hoffentlich folgen weitere informative Beiträge dieser Art 🙂

  2. Benjamin Aleksic sagt:

    Das machst du also mit deinen Samen 😉

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